{"id":370,"date":"2008-05-13T15:30:15","date_gmt":"2008-05-13T13:30:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/?p=370"},"modified":"2019-07-21T22:20:02","modified_gmt":"2019-07-21T20:20:02","slug":"jaeger-foerdern-agenda-21-fuers-rotwild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/2008\/05\/13\/jaeger-foerdern-agenda-21-fuers-rotwild\/","title":{"rendered":"J\u00e4ger f\u00f6rdern &#8222;Agenda 21&#8220; f\u00fcrs Rotwild"},"content":{"rendered":"<p>J\u00e4ger fordern eine &#8222;Agenda 21&#8220; f\u00fcrs Rotwild<\/p>\n<div align=\"justify\">Wir leben in einer weithin der Natur entfremdeten Gesellschaft. Unsere Kinder kennen durchschnittlich zw\u00f6lf Automarken, aber keine sechs Wildtierarten. Erwachsene verbringen mehr Zeit vor dem PC als in der freien Natur und verschlie\u00dfen nahezu zwanghaft die Augen vor dem Tod der Tiere, deren Fleisch sie gen\u00fcsslich verspeisen. Dennoch halten 83 Prozent der Bundesb\u00fcrger die Jagd f\u00fcr notwendig, und 81 Prozent sind der Meinung, dass die Jagd Wald und Feld vor Wildsch\u00e4den sch\u00fctzt. Letzteres hat erst im Februar 2003 die repr\u00e4sentative Umfrage eines seri\u00f6sen Meinungsforschungsinstituts erbracht. Wenn die Jagd sinnvoll ist, wird sie folglich auch von der nachindustriellen &#8222;Computergesellschaft&#8220; akzeptiert. Was bedeutet das f\u00fcr die hessischen J\u00e4ger und F\u00f6rster? Wenn wir die Aufgaben erf\u00fcllen, die uns das Jagdgesetz und die Waidgerechtigkeit stellen, soweit als m\u00f6glich gemeinsam, dann haben wir die Bev\u00f6lkerung auch in Zukunft auf unserer Seite.<\/div>\n<div align=\"justify\">\nIn diesen Tagen hallt der Brunftschrei der Hirsche wieder durch die W\u00e4lder und erinnert an die urspr\u00fcngliche Natur und stolze Kraft des &#8222;K\u00f6nigs der W\u00e4lder&#8220;, den schon die Urmenschen auf ihren H\u00f6hlenbildern als jagdliche Beute zu bannen suchten .<br \/>\nRothirsche leben in Deutschland nur noch in beh\u00f6rdlich genehmigten Gebieten.<br \/>\nEine &#8222;Agenda 21&#8220;, die die artgerechte Existenz des Rotwildes langfristig sichert, hat der Landesjagdverband Hessen (LJV) gefordert.<\/div>\n<div align=\"justify\">\n&#8222;Daf\u00fcr m\u00fcssen breite Teilen der Bev\u00f6lkerung gemeinsam f\u00fcr das Lebensrecht unseres gr\u00f6\u00dften freilebenden S\u00e4ugetieres eintreten und den Rothirsch als unser aller Kulturgut anerkennen&#8220;.<br \/>\nZu diesem &#8222;B\u00fcndnis f\u00fcrs Rotwild&#8220; m\u00fcssten neben J\u00e4gern, F\u00f6rstern, Waldbesitzern, und Landwirten auch Natur- und Tiersch\u00fctzer sowie alle Naturnutzer wie Freizeitsportler und Erholungssuchende ihren Teil beitragen. Es darf hier aber bei keiner dieser Bev\u00f6lkerungsgruppen bei blo\u00dfen Lippenbekenntnissen bleiben. Jede m\u00fcsse vielmehr auf die elementaren Lebensbed\u00fcrfnisse dieser Wildart &#8211; n\u00e4mlich Ruhe, ungest\u00f6rte und artgerechte Nahrungsaufnahme auch am Tag und sein hohes Sicherheitsbed\u00fcrfnis &#8211; R\u00fccksicht nehmen und daf\u00fcr ihre pers\u00f6nlichen Interessen ein wenig zur\u00fcckstecken.<\/div>\n<div align=\"justify\">\nJ\u00e4ger in Rotwildgebieten sollten grunds\u00e4tzlich st\u00f6rungsarme Jagdarten bevorzugen und die Bejagung der Wildschweine nicht tief in die Nacht hinein verlagern, damit das Rotwild nicht rund um die Uhr beunruhigt wird. Auch d\u00fcrfe der Hirsch seiner ansehnlichen Troph\u00e4e wegen nicht zum blo\u00dfen jagdlichen Prestige-Objekt verkommen. Das die Jagdpachtpreise in ungeahnte H\u00f6hen und die Jagdmoral in tiefe Niederungen treibt. Zudem m\u00fcssten die P\u00e4chter von Rotwildrevieren grunds\u00e4tzlich respektieren, dass der Waldeigent\u00fcmer, der auf die Einnahmen aus des Waldbewirtschaftung angewiesen ist, keine ausufernden Wildsch\u00e4den akzeptieren kann.<\/div>\n<div align=\"justify\">\nZugleich m\u00fcssen F\u00f6rster und Waldbesitzer aber auch einen gewissen Umfang an unvermeidbaren Sch\u00e4lsch\u00e4den dulden. Dies erweist sich jedoch in Zeiten, in denen die Holzpreise darniederliegen und der Wald kaum Ertrag abwirft oder sogar rote Zahlen schreibt, als besonders heikel. F\u00fcr die waldbauliche Verbesserung des Lebensraums des Rotwilds und seines Nahrungsspektrums st\u00fcnden da ohnehin kaum Mittel zur Verf\u00fcgung. Zu \u00fcberlegen sei deshalb, ob Waldbesitzer langfristig nicht grunds\u00e4tzlich st\u00e4rker von der \u00f6ffentlichen Hand unterst\u00fctzt werden sollten, wenn sie &#8211; bei an die Lebensraumkapazit\u00e4t angepassten Wildbest\u00e4nden &#8211; mit ihrem Waldbau unser gr\u00f6\u00dftes wilde S\u00e4ugetier und damit zugleich andere freilebende Tiere wie Luchs und Wildkatze besonders f\u00f6rderten. Wenn ein breiter Konsens \u00fcber das Existenzrecht des Rotwildes besteht, ist es auch Sache der Allgemeinheit, dieses zu sichern. Die J\u00e4ger n\u00e4hmen jedenfalls in dieser Hinsicht schon heute eine Vorreiterrolle ein und forderten eine wild\u00f6kologische Raumplanung f\u00fcr wandernde Wildarten, die dem Wild zum Beispiel durch Gr\u00fcnbr\u00fccken und Wildampeln Vorfahrt vor dem Stra\u00dfen- und Schienenverkehr gew\u00e4hrten.<\/div>\n<div align=\"justify\">\nFerner m\u00fcssten Naturnutzer wie Freizeitsportler, Erholungssuchende, Pilzsammler und alle Waldbesucher strikt auf die Bed\u00fcrfnisse des Rotwildes R\u00fccksicht nehmen. Das hei\u00dft, dass Wildruhezonen respektiert , die Verstecke des Wildes nicht behelligt und die ausgebauten Waldwege m\u00f6glichst nicht verlassen werden. Hundefreunde sollten ihre Vierbeiner, deren Duftspur allein schon die Wildtiere abseits der Wege in Panik versetzt, stets anleinen. Und in der Nacht geh\u00f6rt der Wald grunds\u00e4tzlich dem Wild.<br \/>\nAuch Natursch\u00fctzer sollten stets mit J\u00e4gern und F\u00f6rstern an einem Strang ziehen, wenn es um die Verbesserung des Lebensraums Wald f\u00fcr die freilebenden Tiere und die Vermeidung von St\u00f6rungen geht. R\u00fccksichtnahme auf das sensible Rotwild erfordere letztlich von allen Gruppierungen Selbstbeschr\u00e4nkungen &#8211; die sind indessen derzeit gesellschaftlich nicht gerade opportun.<\/div>\n<div align=\"justify\">\nWir sollten dar\u00fcber nachdenken, der Tier- und Wildart Rothirsch in Zukunft artgerechte Lebensverh\u00e4ltnisse zu schaffen, wie sie bis vor ungef\u00e4hr 200 Jahren dem Rothirsch bei uns noch m\u00f6glich waren.<\/div>\n<div align=\"justify\"><\/div>\n<div align=\"justify\">Denn unsere Enkel werden uns nicht an gut gemeinten Absichtserkl\u00e4rungen, sondern an unserem waidgerechten Verhalten und den Ergebnissen unserer Jagd und des Waldbaus messen.<\/div>\n<p>Pressewart des Jagdvereins DIANA<br \/>\nMichael Kircher<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00e4ger fordern eine &#8222;Agenda 21&#8220; f\u00fcrs Rotwild Wir leben in einer weithin der Natur entfremdeten Gesellschaft. 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