{"id":374,"date":"2008-05-14T15:30:47","date_gmt":"2008-05-14T13:30:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/?p=374"},"modified":"2019-07-23T01:43:51","modified_gmt":"2019-07-22T23:43:51","slug":"ein-voller-erfolg-und-dennoch-verboten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/2008\/05\/14\/ein-voller-erfolg-und-dennoch-verboten\/","title":{"rendered":"Ein voller Erfolg und dennoch verboten.."},"content":{"rendered":"<p>H\u00fcnfeld<br \/>\nNicht nur die Idee war gut \u2013 sie zeigte auch Wirkung: Hunderte von Wildwarnern, die an den B\u00e4umen entlang der Kreisstra\u00dfe zwischen dem Ro\u00dfbacher Sportplatz und dem alten Kalkwerk von Malges hingen, verschreckten Reh und Fuchs derma\u00dfen, dass die Zahl der Wildunf\u00e4lle ertr\u00e4glich blieb. Jetzt sind die Blinker weg \u2013 aber daf\u00fcr hat sich die Zahl des Fallwildes, so der etwas harmlose Fachbegriff f\u00fcr \u00fcberfahrenes Wild, verdoppelt.<\/p>\n<p>Warum der reflektierende Rehschreck entfernt wurde? \u201eEs ist schlicht und einfach verboten, dass Private in den \u00f6ffentlichen Verkaufsraum eingreifen\u201c, erkl\u00e4rt Polizeipressesprecher Martin Sch\u00e4fer. Genau das hatte Jagdp\u00e4chter Martin M\u00fcller aus Ro\u00dfbach getan, als er vor mehr als acht Jahren begann, die Wildwarner mit ihren roten Phosphorstreifen in die Stra\u00dfenb\u00e4ume zu h\u00e4ngen.<br \/>\nDie Idee dazu hatte er von einem Kuraufenthalt aus Oldenburg mitgebracht, wo ein Waidmann mit dieser Methode gute Erfolge erzielt habe. \u201eWenn im Herbst die \u00c4ste von den Eicheln und Bl\u00e4ttern schwer wurden, habe ich alle Blinker h\u00f6her geh\u00e4ngt \u2013 und im Fr\u00fchjahr wieder runter\u201c, berichtet M\u00fcller von seinen Anstrengungen. Denn die Warner m\u00fcssen ihr Licht genau in \u201eAugenh\u00f6he\u201c des Rehwildes aussenden, um abschreckend zu wirken.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Jagdp\u00e4chters hat das gewirkt: \u201eDie Zahl der Rehwildunf\u00e4lle lag in dieser Zeit immer bei f\u00fcnf bis sechs, ohne Blinker bei zw\u00f6lf im Jahr\u201c, berichtet M\u00fcller, der sagt, \u201edas war eine ganz, ganz tolle Sache\u201c. Leider hat M\u00fcller nicht mit den Gesetzh\u00fctern gerechnet. Nachdem sich ein Autofahrer beschwert hatte, dass er von den Blinklichtern irritiert werde, entschied die Polizei bei einem Ortstermin im November 2004, dass die Wildwarner entfernt werden m\u00fcssen. \u201eDabei habe ich mich gewehrt bis zum geht nicht mehr, aber der Herr von der Polizei lie\u00df nicht mit sich reden\u201c, sagt M\u00fcller.<\/p>\n<p>Wohl auch, weil die Polizei den Blinkern einen Gew\u00f6hnungseffekt bescheinigt, das hei\u00dft, nach einer gewissen Zeit \u2013 meist zwei Jahre \u2013 h\u00e4tten die Reh \u201egeblickt\u201c, dass sie vor den Lichtern keine Angst haben m\u00fcssten. \u201eDann rennen sie eh und je \u00fcber die Stra\u00dfe\u201c, sagt Polizeioberkommissar Sch\u00e4fer, dem \u00fcbrigens wesentlich niedrigere Fallwildzahlen auf dieser Strecke vorliegen als M\u00fcller. Dies erkl\u00e4rt sich m\u00f6glicherweise daraus, dass sich einige Autofahrer direkt beim J\u00e4ger und nicht bei der Polizei die Bescheinigung f\u00fcr einen Wildunfall besorgen, den sie zur Schadensabwicklung bei der Versicherung ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Gleichwie: Die Polizei erachtet diesen Streckenabschnitt auch f\u00fcr nicht so gef\u00e4hrdet, dass sie einen Wildschutzzaun bef\u00fcrworten w\u00fcrde, wie er oft an Autobahnen oder viel befahrenen Bundesstra\u00dfen anzutreffen sei. \u201eDie Zahl der Wildunf\u00e4lle ist nicht so gro\u00df, dass man sagen m\u00fcsste, wir m\u00fcssen eingreifen\u201c, sagt Sch\u00e4fer.<\/p>\n<p>Laut Polizeistatistik kommen bei j\u00e4hrlich 4200 Verkehrsunf\u00e4llen im Landkreis Fulda 370 bis 400, also acht bis neun Prozent, St\u00fcck Wild ums Leben. Auch deshalb haben sich J\u00e4ger und Verkehrsexperten in einer Arbeitsgruppe zusammen gefunden, die L\u00f6sungen sucht, wie Wildunf\u00e4lle verringert werden k\u00f6nnen. So gibt es beispielsweise bei Hofbieber eine Versuchsstrecke mit beweglichen Warnern. Im Herbst soll der Test ausgewertet werden.<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Manns, Kreisjagdberater, sagt zu M\u00fcllers Vorgehen: \u201eDa gibt es nicht viel zu diskutieren: Was er gemacht hat, ist verboten.\u201c Das Engagement des Waidmanns sei hoch zu sch\u00e4tzen, aber Ma\u00dfnahmen m\u00fcssten nun einmal in Abstimmung mit den Fachleuten erfolgen.<br \/>\nDass es auch unb\u00fcrokratischer geht, zeigt ein Beispiel, \u00fcber das die \u201ePassauer Neue Presse\u201c berichtet hat: In Freyung am bayerischen Wald montierte ein J\u00e4ger Eisenst\u00e4be mit beweglichen Reflektoren an die Stra\u00dfen. Effekt: Kein einziger Wildunfall mehr auf der Wald ges\u00e4umten Kreisstra\u00dfe. Die Stra\u00dfenverkehrsbeh\u00f6rde und das Tiefbauamt hatten dem J\u00e4ger keine Steine in den Weg gelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00fcnfeld Nicht nur die Idee war gut \u2013 sie zeigte auch Wirkung: Hunderte von Wildwarnern, die an den B\u00e4umen entlang der Kreisstra\u00dfe zwischen dem Ro\u00dfbacher Sportplatz und dem alten Kalkwerk von Malges hingen, verschreckten Reh und Fuchs derma\u00dfen, dass die Zahl der Wildunf\u00e4lle ertr\u00e4glich blieb. Jetzt sind die Blinker weg&#8230;<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/2008\/05\/14\/ein-voller-erfolg-und-dennoch-verboten\/\"><span>Weiterlesen&#8230;<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,20],"tags":[],"class_list":["post-374","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-naturschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=374"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":375,"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/374\/revisions\/375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jvdiana.de\/cm\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}