Schweißprüfung des Parson Russell Terrier Clubs LG-Hessen am 17.10.2010 in Hünfeld / Mackenzell

Nachdem am Samstag, den 16.10.2010 von den Richtern und Andreas Fuß (der gleichzeitig Revierkundiger, Meldestelle, Sekretär des  Prüfungsleiters, Wildträger und Bläser war) bei teilweise heftigen Regenfällen 5 Fährten für die 4 gemeldeten Gespanne (und 1 Ersatzfährte) gelegt wurden, trafen wir uns am Sonntag,  17.10.2010 um 9.00 Uhr im Suchenlokal. Gott sei Dank hatten Petrus und Diana gute Laune und es hatte aufgehört zu regnen. Nach Begrüßung und Richterbesprechung wurden die Fährten ausgelost.

Unser weitgereister Führer aus Südtirol, Herr Moriggl zog die Nr. 1, mein Mann die Nr. 2, Frau Lenz die Nr. 3 und ich die Nr. 4.
Die Richter, der Revierkundige und Gespann Nr. 1 fuhren los. Da verabredet war, das jeweils nächste Gespann zu dem ca. 3 Km außerhalb des Dorfes gelegenen Friedhofs zu bringen, der mitten im Revier liegt, fuhr ich meinen Mann dorthin. Wir saßen im Auto und warteten, als wir von Ferne das Signal „Reh tot“ hörten. Erleichterung  —  das erst Gespann war angekommen. Die Korona kam zum Treffpunkt, die Führer wurden getauscht und ich fuhr mit Herrn Moriggl wieder ins Suchenlokal um Frau Lenz abzuholen. Wieder saßen wir im Auto, diesmal hörten wir nichts  —  was war  los?

Endlich klingelte mein Handy  „Das nächste Gespann bitte zum Treffpunkt bringen, wir sind am Stück“   —   Puh   —   das zweite Gespann ist auch angekommen. Wieder wurden die Führer getauscht und da ich selbst ja als nächstes dran sein würde, blieben wir gleich im Auto sitzen. Mein Mann erzählte mir, wie gut alles geklappt hatte, das die Hündin sich sehr gut auf die Arbeit eingestellt hatte, das sie flott, aber konzentriert die Fährte ausgearbeitet hatte und er stolz und erleichtert war, denn es war der erste Terrier, den er auf einer Prüfung geführt hatte. Wir sahen auf die Uhr   —   musste Frau Lenz mit ihrem Hund nicht längst angekommen sein?   —      Da klingelte wieder mein Handy   „Das Gespann hatte gerade den dritten Abruf —  leider nicht bestanden  — wir kommen jetzt zurück“ Mir wurde ganz anders   —  gleich war ich dran. Mein Mann fuhr mit Frau Lenz ins Suchenlokal und ich fuhr mit der Korona zu “meinem“ Anschuß. Habe ich auch Alles? Schweißriemen, Belohnung?  —  Ja, alles da.

Am Schützenstand eingewiesen, legte ich den Hund ab, tauschte Halsband und Leine gegen Schweißhalsung und Riemen. Dann sah ich mir den Anschuß an. Ein wenig Risshaar, kein Schweiß  —  Na Ja   —  Hund geholt und los. Die Hündin ging – wie immer – mit nicht ganz tiefer Nase flott vorwärts, leicht bergan und dann ein ganzes Stück parallel zum Hang in leichten Bögen mehr oder weniger gerade aus   —   war ich noch richtig?   —  Wo ist der 1. Winkel?   —   Sind wir schon vorbei?  Nach einem Geröllfeld aus Basaltgestein, drehte sich die Hündin um, lief einmal im Kreis und zog dann nach rechts den Hang hinunter  —  1. Winkel oder Verleitung? Ein Stück den ziemlich steilen Hang hinunter, auf einer Art Stufe blieb sie stehen, drehte sich um und verwies  –  Schnitthaar!!!  Das erste Wundbett   —   wir sind richtig!!! Weiter ging es den steilen Berg hinunter bis in eine Senke, dort zog sie nach rechts auf eine Schneise zu, hinter der es heller wurde, der Wald wurde offener, Buchenaltholz mit Grasflächen. Leicht bergan, parallel zum Hang. Wieder kamen wir an einem Basaltsteinhaufen vorbei, von denen wir auch auf dem Hang abwärts einige gesehen haben. Nach einigen umgestürzten  Bäumen, zog die Hündin nach links wieder bergab. Nach ca. 80 m fiel der Hang vor mir steil ab, die Hündin nahm die Nase hoch und holte sich Wind von der unter mir liegenden Buchennaturverjüngung,    —-    war dort Wild?  — lag dort das Stück?  Ich legte die Hündin erst einmal ab, wartete einen Moment, sprach ruhig mit ihr, strich  ihr über den Kopf und forderte sie dann wieder auf zu suchen.  Sie ging   —  nicht den Hang hinunter, sondern am Hang entlang. Plötzlich wurde sie heftig am Riemen und zog mit hoher Nase zielstrebig vorwärts  —  was war los?   Zum Glück sah ich dann ca 30 m vor mir das Stück liegen, das war es also, was sie  in der Nase hatte.  Na dann  vorwärts, wir sind angekommen! Die Richter kamen um mir Waidmannsheil zu wünschen und überreichten mir einen Bruch, Herr Fuß blies „Reh tot“    —    Geschafft     —-     Juuhuu        —   mehrere Steine fielen mir von der Brust.  Jetzt ins Suchenlokal  –  Essen –  und warten, bis wir die Papiere wiederbekommen.

Es war ein schöner Tag und ich möchte mich nochmals, auch im Namen meines Mannes  (der Suchensieger wurde, da seine „Ravenna“ noch besser gearbeitet hat als meine „Karmina“ und natürlich auch 2 Jahre jünger ist, denn sie ist „Karminas“  Tochter )  bei allen bedanken, die diese Prüfung überhaupt möglich gemacht haben.  An erster Stelle bei Herrn Fuß, der als „Mädchen für alles“ wirklich anstrengende  Tage hatte, bei den drei Richtern, die von Deutsch Kurzhaar (2x) bzw. vom Deutscher Brackenverein kamen und  richtig begeistert waren von den „kleinen weißen“ Hunden, bei unserem Wirt, der extra die Wirtschaft über Nachmittag aufgelassen hat und uns mit Essen und Trinken versogt hat, bei unserem Mitjäger, Herrn Eckart, der Herrn Fuß beim Aussuchen des Fährtengeländes geholfen hat und natürlich bei der LG Hessen, deren 1. Vorsitzende Herr Vietor und Prüfungsobmann Herr Bill uns mit Rat und Tat zur Seite standen.

Viele  liebe Grüße vom Hünfelder Land
Luitgard Knauf
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